Cuxhaven hautnah

Fort Kugelbake – Die letzte Marinefestung an der deutschen Nordseeküste

Wo die Elbe in die Nordsee mündet, liegt eines der spannendsten historischen Bauwerke Cuxhavens: das Fort Kugelbake. Die ehemalige Marinefestung befindet sich im Kurteil Döse, nur wenige Meter hinter dem Deich. Ganz in der Nähe steht auch das Wahrzeichen der Stadt – die Kugelbake, ein historisches Seezeichen an der Elbmündung.

Heute gehört das Fort Kugelbake zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten Cuxhavens. Besucher können bei Führungen die alten Mauern, Geschützstellungen und Kasematten entdecken. Gleichzeitig bietet das Gelände einen beeindruckenden Blick auf die Elbmündung und die vorbeifahrenden Schiffe.

Eine Festung zum Schutz der Elbe

Die Lage an der Elbmündung war schon immer strategisch wichtig. Über die Elbe erreichen große Schiffe wichtige Hafenstädte wie Hamburg. Deshalb sollte dieser Zugang im Ernstfall geschützt werden. Nach der Gründung des Deutschen Reiches begann Preußen im Jahr 1869 mit dem Bau des Fort Kugelbake. Zehn Jahre später, 1879, war die Anlage fertiggestellt. Sie sollte verhindern, dass feindliche Kriegsschiffe in die Elbe eindringen konnten.

Das Fort war Teil eines größeren Systems von Küstenbefestigungen. Mehrere schwere Geschütze waren hier stationiert. Sie konnten das Fahrwasser der Elbe überwachen und im Ernstfall beschießen. Die Anlage selbst ist etwa 250 Meter breit und 150 Meter tief. Ein rund 12 Meter breiter Wassergraben schützte das Fort zusätzlich vor Angreifern.

Cuxhaven wird Marine-Standort

Ende des 19. Jahrhunderts gewann Cuxhaven für die deutsche Marine immer mehr an Bedeutung. 1892 wurde die Stadt Marinegarnison. In der Umgebung entstanden weitere Batterien und militärische Anlagen. Während des Ersten Weltkriegs waren mehrere tausend Soldaten in Cuxhaven stationiert. Auch das Fort Kugelbake wurde weiter ausgebaut.

Eine besondere technische Neuerung war ein riesiger Militärscheinwerfer, der Anfang des 20. Jahrhunderts installiert wurde. Mit seinem starken Licht konnten nachts Ziele in großer Entfernung erkannt werden. So ließ sich der Schiffsverkehr auf der Elbe auch bei Dunkelheit überwachen. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Anlage erneut militärisch genutzt. Nach Kriegsende besetzten britische Truppen das Fort.

Vom Militärgelände zum Denkmal

Mit der Zeit verlor das Fort seine militärische Bedeutung. 1970 übernahm die Stadt Cuxhaven die Anlage von der Bundesrepublik Deutschland. Einige Jahre später wurde das Fort unter Denkmalschutz gestellt. In den 1990er-Jahren begann eine umfassende Restaurierung. Ziel war es, die historische Festung möglichst originalgetreu zu erhalten.

Heute können Besucher viele Bereiche der Anlage besichtigen. Dazu gehören ehemalige Kasematten, Geschützstellungen und Teile der alten Verteidigungsanlagen. Auch historische Geschütze und Flakstellungen sind auf dem Gelände zu sehen.

Ein besonderer Ort an der Nordsee

Das Fort Kugelbake ist heute ein spannendes Ziel für alle, die sich für Geschichte und Schifffahrt interessieren. Gleichzeitig ist die Lage direkt hinter dem Deich etwas Besonderes. Von hier aus lassen sich große Frachtschiffe beobachten, die auf der Elbe Richtung Hamburg unterwegs sind.

Regelmäßige Führungen und Veranstaltungen machen das Fort zu einem lebendigen Erinnerungsort. Wer Cuxhaven besucht, bekommt hier einen eindrucksvollen Einblick in die maritime Geschichte der Region – direkt an der Grenze zwischen Elbe und Nordsee.

Über den Autor des Artikels

Berger Touristik Team

Hier schreiben wir für Sie, die Mitarbeiter von Berger Touristik. Wir berichten als Cuxhavener von unseren Erlebnissen hier vor Ort und haben sicher den einen oder anderen Tipp für Sie.


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